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19.10. - 27.10.2006
E-Mail-Korrespondenz
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«Ich werde nicht mehr SP wählen»
Sehr geehrter Herr Gross
Ich habe während Jahrzehnten sozialistisch gewählt, allerdings ohne jemals Parteimitglied geworden zu sein. Ich werde nie mehr zu Gunsten der SP oder für ihre Ideen stimmen. Grund: Die Art und Weise, wie von sozialistischen Volksvertretern (Fehr, Leuenberger Genf, Gross) gegen BR Blocher polemisiert wird, Ihre scheinheilige Entrüstung über seine überzeugenden Aussagen in der aussenpolitischen Kommission betreffend Afrika und die offensichtliche Rufmord-Kampagne gegen einen Bundesrat, der es sich leisten kann, der sich getrauen darf, eine ehrliche Meinung zu äussern, ist jämmerlich und hat dazu geführt, dass ich in Zukunft dazu neige werde, die offenen, ehrlichen Politiker der SVP zu unterstützen. Auf keinen Fall mehr SP.
Mit vorzüglicher Hochachtung (ist ja nur eine Floskel)
Walter A. Graf, Lausanne
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Sehr geehrter Herr Graf
Sie können wieder SP wählen, denn die Gründe , die Sie zur Abkehr nennen, entsprechen nicht der Wahrheit.
Es gibt keine konzertierte Polemik der SP gegen BR Blocher, es gibt keinen Rufmord, keine Scheinheiligkeit und es war auch keine Sitzung der Aussenpolitischen Kommission. Jemand, den wir nicht kennen, gab das Protokoll der SPK dem Matin. Ich musste Stellung nehmen und nahm von der Freiheit gebrauch, meinen Eindruck vom Diskurs Blochers weiterzugeben. Genau das wiederzugeben, was er wörtlich gesagt hat, wäre gegen das Gesetz gewesen.
Doch ich war, wie Sie auf meiner Homepage anhand der Stellungnahme von Kommissionskollegin Hubmann ersehen, nicht der einzige, der entsetzt war über die Art wie und was BR Blocher über die Afrikaner quasi als Menschengattung sprach. Und ich habe gesagt, dass ich den Eindruck hatte, er hätte da das Gebot der nicht rassistischen Argumentation nicht beachtet.
Dies zu sagen ist mein Recht ebenso wie es dasjenige von Herrn Blocher ist, eine andere Meinung zu haben und zu sagen. Ich nehme für mich in Anspruch offen und ehrlich gehandelt zu haben und meinen authentischen Eindruck vom Diskurs von BR Blocher auf Anfrage hin weitergegeben zu haben.
Ironischerweise sagten wir uns übrigens auch noch während der gleichen Sitzung, wir würden uns deshalb respektieren, weil wir zu unserer Meinung stehen und diese auch sagen.
Es gibt aus meiner Sicht also keinen Grund, nicht mehr SP zu wählen, ausser Sie teilen die Überzeugungen von Herrn Blocher.
Mit Dank und Gruss
andi gross
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Sehr geehrter Herr Gross,
Besten Dank für Ihre - glaubwürdige - Stellungnahme. Ich war wirklich positiv überrascht. Mit einer Antwort habe ich eigentlich gar nicht gerechnet.
Ganz besonders hat mir Ihre Feststellung gefallen: «Ironischerweise sagten wir uns übrigens auch noch während der gleichen Sitzung, wir würden uns deshalb respektieren, weil wir zu unsere Meinung stehen und diese auch sagen.» Genau das erwarten wir einfachen Stimmbürger von unseren Politikern: Offen, ehrlich und authentisch sein.
Vielen Dank und freundliche Grüsse
Walter A. Graf, Lausanne
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(Andi Gross fragt an, ob er diesen Briefwechsel auf seine Homepage stellen dürfe. Darauf erfolgt am 27.10.2006 folgende Antwort: - fk)
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Sehr geehrter Herr Gross,
(oder wer auch immer dieses Mail empfängt, bearbeitet und vielleicht sogar
beantwortet)
Am Montag habe ich Ihnen auf Ihr Mail-Mitteilung vom 20. Oktober geschrieben. Obwohl mit BR Blocher in den seltensten Fällen einverstanden, möchte ich nach kurzer, aber trotzdem reiflicher Überlegung meine Stellungnahme wie folgt ergänzen:
1) Es macht den Anschein und ich bin auch überzeugt, dass dies tatsächlich so ist, dass insbesondere die SP alles unternimmt und keine Gelegenheit auslässt, um Blocher gezielt zu diffamieren um damit eine evt. mögliche Wiederwahl zu verhindern.
2) Blocher hat über verschiedene Themen eine eigene, besondere Ansicht. Dies ist sein gutes Recht, genau so, wie Sie ein Recht auf ihre Meinungsfreiheit haben.
3) Blocher hat aber auch den Mut seine Meinung zu äussern und zu begründen, selbst wenn diese Meinung einem Grossteil der politischen Parteien nicht passt und er sich damit in deren Augen negativ exponiert.
4) Die SP und ihre führenden Köpfe haben nun Blocher anscheinend zum Wahlkampf-Thema gemacht und versuchen ihn konzertiert und intensiv zu bekämpfen, was letzlich nichts anderes als Diffamation ist.
5) Blocher hat in der Türkei betr. Meinungsfreiheit und in der NR-Kommission betr. Afrika seine Meinung geäussert. Ein gefundenes Fressen für Sie und die SP um in die Schlagzeilen zu kommen und - ich vermute es - wider besseres Wissen Sachen zu behaupten, die von Blocher weder so gemeint, noch so gesagt wurden.
6) Und wenn Blocher trotz aller Polemik recht hat? Was dann?
Ich werde nicht mehr SP wählen!
Mit freundlichen Grüssen
Walter A. Graf, Lausanne
N.B. Sie dürfen unseren Mailwechsel ohne weiteres in die Rubrik "Sturm auf Afrika" aufnehmen und auf die Homepage legen. Allerdings nur, wenn Sie auch das heutige Mail mitpublizieren. Ob Sie wohl den Mut dazu haben?
Kontakt mit
Andreas Gross
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