21. Okt. 2006

Blick

Demonstration in Bern
Blocher sieht sich als Opfer


BERN. An der Delegiertenversammlung der SVP hat Bundesrat Christoph Blocher seine Aussagen zu Afrika und Entwicklungshilfe verteidigt. Vor dem Bundeshaus demonstrierten Afrikaner, sie verlangen eine Entschuldigung.

Rund 30 Afrikaner demonstrieren gegen Blochers «rassistische Aussagen». Als er die Entwicklungshilfe für Afrika in Frage stellte, sorgte Christoph Blocher einmal mehr für rote Köpfe. An der Delegiertenversammlung seiner Partei verteidigte sich: «Wer sagt, was wahr ist, wird als böse und unmoralisch abgestempelt.» Die Attacken auf seine Person seien ein weiterer Beweis dafür.

Offensichtlich sei es in der Schweiz lebensgefährlich, die Frage, ob Entwicklungshilfe für Afrika erfolgreich sei, mit Nein zu beantworten. Anscheinend sei es wichtiger, Entwicklungshilfe zu leisten, anstatt zu prüfen, ob diese auch tatsächlich wirksam sei.

Während der Bundesrat jede Kritik von sich wies, demonstrierten vor dem Bundeshaus rund 30 Afrikanerinnen und Afrikaner unter dem Motto: «Wir, Menschen afrikanischer Herkunft in der Schweiz, haben genug, dass auf unserem Rücken Politik gemacht wird.» Sie forderten Christoph Blocher dazu auf, seine «rassistischen Aussagen» zurückzuziehen.

Die Demonstranten haben den Eindruck, dass ihre Meinung über Afrika oder Afrikaner kein Gehör findet. Um dies auch bildlich darzustellen, klebten sie sich den Mund mit Klebeband zu. Die Protestierenden trugen Tafeln mit Aufschriften wie «Faulenzer», «Dealer» oder «Bettler». Dass ein Mitglied des Bundesrats solche Aussagen mache, werde nicht akzeptiert.


Andreas Gross



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