30. Aug. 2006

«Könnte ich bei Ihnen auf Mitarbeit zählen, wenn Sie mit Ihren Gedanken an der Skizze hängen?»

(Nachstehend ein kurzer, typischer Dialog, wie er sich ähnlich des Öfteren entspinnt, wenn eine Ausstellung mit AGs gezeichneten Sitzungsprotokollen abgehalten wird und/oder ein Medium darüber berichtet. Ein Artikel im «Oberländer» löste am 30. August 2006 folgenden Briefwechsel aus. - Fredi Krebs)

Herr Gross

Spannend, was Sie erzählen zum Thema Sitzungen. Ihre mit 4 Farben auf Papier gebrachten Ergebnisse, Zusammenfassungen, Fazite .... der Sitzungen sind ebenso spannend dargestellt.

So wie Sie das Prozedere Ihrer Sitzungen beschreiben, muss es ja wirklich fast als eine Art Erlösung angesehen werden, zu skizzieren oder farblich zu gestalten. Meiner Meinung nach, gäbe es noch eine andere Möglichkeit: Es wäre doch durchaus angebracht, sich einmal über Ihre Sitzungskultur Gedanken zu machen und dies mit den Sitzungsleitern/Sitzungsleiterinnen zu diskutieren!

Doch - andererseits vielleicht schade, es würde ja keine Gross-Zeichnungen mehr geben.

Freundliche Grüsse
Irene Fischer

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Sehr geehrte Frau Fischer

Ich danke Ihnen für Ihr Mail, kann aber nicht recht klug werden damit.

Glauben Sie, ich sei Ausdruck einer schlechten Sitzungskultur? Keineswegs, denn ich bin zeichnenderweise viel aufmerksamer als manche, die Zeitung lesen, Mails bearbeiten oder ganz einfach dösen.

Als Präsident der SPK kann ich freilich tatsächlich nicht zeichnen, dafür ist die Stimmung aber viel besser als unter anderen Präsidenten - doch die Kultur kann man in der Politik nicht einfach ändern, da man die Leute, mit denen man zusammen ist, nicht einfach aussuchen kann.

Im Europarat, wo die meisten Zeichnungen entstanden sind, ist die Diskussions- und Zuhörkultur übrigens besser und da freuen sich wie auch in Bern alle KollegeInnen über den Zeichner.

Ihr Ton scheint mir auch eigenartig aggressiv zu sein, zumindest unterschwellig. Sehe ich dies falsch, wenn Nein, weshalb haben Sie diesen Ton? Im übrigen findet ab dem 6.9. in La Chaux-de-Fonds die vierte Ausstellung meiner Zeichnungen statt, im Club 44, zu der Sie gerne eingeladen sind.

Mit Dank und Gruss aus Riga
Andi Gross

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Sehr geehrter Herr Gross

Ganz zufälligerweise bin ich auf Ihren Artikel gestossen. Schade finde ich, dass Sie meine Gedanken als aggressiv empfinden. Das wollte ich auf keinen Fall. Ich stellte mir lediglich vor, wie Ihr Verhalten bei mir als Sitzungsleiterin ankommen würde ... Könnte ich bei Ihnen auf Mitarbeit zählen, wenn Sie mit Ihren Gedanken an der Skizze hängen ... Ich werde da ebenfalls nicht ganz klug.

Freundliche Grüsse
Irene Fischer

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Liebe Frau Fischer

Das stellen Sie sich wirklich falsch vor: Mit den Gedanken bin ich bei der Sache und bei denen, die sprechen, denen ich viel besser zuhöre als die anderen, was man denn auch meinen Voten ansieht, von denen nicht wenige auf meiner Homepage dokumentiert sind; deshalb habe ich auch noch nie in diesen 14 Jahren von der vorsitzenden Person etwas Negatives gehört zu meinen Zeichnungen, ganz im Gegenteil, die haben Spass daran.

Vergessen Sie nicht, ich zeichne nie bei Plenarsitzungen, sondern immer bei Kommissionen, da sitzen 25 Leute rund um einen viereckigen Tisch und wie gesagt, jene, die lesen, Computern oder schlafen oder sonst wie nicht zuhören, stören viel mehr.

Vielen Dank nochmals und herzliche Grüsse aus Riga
Andi Gross


Andreas Gross



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