23. Mai 2007

diverse Autoren
manuskripte, 1960 bis 1980. eine auswahl

Stroemfeld/Roter Stern
420 Seiten
CHF 15.00

Ein Literatur-Querschnitt erster Güte zu den sechziger und siebziger Jahren! Und viel Buch für wenig Geld. Viele wichtige AutorInnen haben in der streitfreudigen Vierteljahresschrift ‹manuskripte› veröffentlicht. Bedingung war immer, dass der zur Verfügung gestellte Text eine Erstveröffentlichung ist. So kam während der Jahre eine Sammlung zusammen, für die das Wort ‹bedeutend› absolut zurtreffend ist.

Die ‹manuskripte› sind mitverantwortlich, dass wir bei Graz auch an Literatur denken. Kürzlich ist eine Sammlung der ‹manuskripte› erschienen, die sich mit der Literaturszene Schweiz befasst; lesenswert, - aber die vorliegende Sammlung gefällt uns noch besser: Vielleicht liegt's an der Epoche, vermittelt sie doch unverfälscht die Aufbruchstimmung der Sechzigerjahre und die ideologische Strenge der Siebziger.

Wunderhübsch der Streit zwischen Scharang und Jelinek. Inspirierend die Texte von Oskar Wiener zur Verbesserung Mitteleuropas. Erfrischend die Experimentierfreudigkeit einer Friederike Mayröcker und - damals noch - eines Urs Widmer. Schockierend der Inzest-Bericht von Adolf Muschg.

Und Erleichterung macht sich breit, wenn man lesen darf, wie Handke bereits 1968 den unsäglichen Marcel Reich-Ranicki als das qualifiziert, was er damals schon war und bis heute geblieben ist: unwichtig, nicht anregend und selbstgerecht.

Fredi Krebs



Nach oben

Zurück zur Übersicht