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23. Mai 2007
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Karl Kraus
Briefe an Sidonie Nadherny von Borutin
Wallstein
Hrsg. Friedrich Pfäfflin
2 Bände
CHF 95.00
Als Karl Kraus' Briefe an seine Geliebte Sidonie Nadherny von Borutin 1974 erschienen, galten sie als Sensation. Vor allem ist zu erfahren, wie hundertprozentig Karl Kraus, Sprachkünstler und Herausgeber der satirischen Zeitschrift Die Fackel, auch in der Liebe agierte. So hält er seine unerwiderte Verzückung über Jahrzehnte hinweg aufrecht, und das alles in lesenswerter Manier. «Kraus dreht auf höchstem Niveau durch» meint dazu die FAZ. Die Antworten der Baronesse gelten als verschollen, einige im Stile von Allerweltskarten gehaltene Nachrichten an Kraus sind nun doch aufgetaucht und wurden beigefügt.
Das Zusammentreffen verändert beider Leben. Kraus erwägt sogar, ihr zuliebe seine Zeitschrift aufzugeben, was eine Katastrophe für die Nachwelt gewesen wäre.
Im ersten Band finden sich 1065 Briefe, Karten und Telegramme von Karl Kraus, über 40 faksimilierte Briefbeilagen und die Antworten von Sidonie Nadherny. Der zweite Band enthält zahlreiche, neu aufgefundene Abbildungen und einen ausführlichen Anmerkungsteil, der die umfangreiche Literatur zum Thema und auch die begeisterte Kritik Canettis berücksichtigt. Und, wichtig: Friedrich Pfäfflins Kommentar, der auch die Nebenfiguren des Krausschen Kosmos umfänglich beleuchtet, ist erhellend.
sa - Fredi Krebs
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