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12. Sept. 2001
Werkstattblätter Nr. 5; Jg. 2001
Diskussionsforum der SPOe
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Direkte Demokratie und Österreich
Im
Rahmen des SPÖ-Diskursprojektes Netzwerk
Innovation veranstaltete die Zukunftswerkstätte ein demokratiepolitisches
Werkstattgespräch zum Themenfeld der direkten Demokratie und
lud als Impulsreferenten den Schweizer Andreas Gross.
Der Historiker
und Politikwissenschafter Gross ist Leiter des Wissenschaftlichen
Instituts für Direkte Demokratie in Zürich und St. Ursanne,
Lehrbeauftragter für Direkte Demokratie in Marburg und Speyer
sowie Mitglied des Schweizerischen Bundesparlaments und der Parlamentarischen
Versammlung des Europarates in Straßburg.
Nachstehend
die Thesen von Andreas Gross zusammengefasst von Monika Juch.
.
Österreichspezifische Missverständnisse
Wenn
in Österreich über Direkte Demokratie diskutiert wird,
überwiegt vor allem die Angst vor ihrem Missbrauch. Zu Beginn
deshalb eine Erläuterung der drei großen Missverständnisse
im Zusammenhang mit Direkter Demokratie:
-
Direkte Demokratie ist weder eine Alternative noch eine Antithese
zur parlamentarischen Demokratie, sie ist vielmehr eine Ergänzung
zur und Erweiterung der parlamentarischen, somit indirekten Demokratie.
-
Direkte Demokratie ist keine plebiszitäre Demokratie, denn
sie bewirkt keine Erweiterung der Macht der Regierenden. Direkte
Demokratie ist das Recht der BürgerInnen bzw. eines kleinen
Teils davon, sich selbst jeder Zeit eine Gesetzesvorlage oder
eine Verfassungsrevision zur Diskussion zu stellen und - wenn
gewollt - auch zur Abstimmung vorzulegen.
-
Direkte Demokratie ist nicht antiparteilich, sondern - im Gegenteil
- eine besondere Herausforderung für Parteien. Sie müssen
mehr diskutieren, aufklären und mit den Bürgern arbeiten.
Allerdings verlieren Parteien ein gewisses Monopol am Agenda Setting
und an der Politikformulierung. Direkte Demokratie ist somit eine
feinere Verteilung der Macht und möchte die Monopolisierung
der Politik bei der Regierung und/oder beim Parlament aufbrechen.
Elemente der Direkten Demokratie
Direkte Demokratie ist ein großes Ensemble an Rechten, Verfahren
und Prozessen. Auf Bundesebene bestehen in der Schweiz nur die wichtigsten
Elemente aus diesem Ensemble (in den Kantonen ist das Paket in der
Regel viel größer):
Kern jeder Direkten Demokratie ist das obligatorische Verfassungsreferendum.
Die Verfassung der Schweiz ist - im Gegensatz zu Österreich
- etwas höchst Respektables. Dort steht nur, was einmal von
der Mehrheit der BürgerInnen und der Kantone angenommen worden
ist. Allerdings dürfen Veränderungen auch immer vorgeschlagen
und zur Diskussion gestellt werden. Wenn die Parlamentarier die
Verfassung verändern wollen, müssen sie die Zustimmung
der BürgerInnen und Kantone einholen. Aber auch die BürgerInnen
selbst können die Verfassungsveränderungsentwicklung beeinflussen
durch die Verfassungsinitiative.
Weiters gibt es das Gesetzesreferendum, d. h. es kann jederzeit
über jedes Gesetz abgestimmt werden, wenn es 1,1 Prozent der
Bevölkerung (innerhalb von drei Monaten) wollen. Die Gesetzesinitiative,
mittels der neue Gesetze vorgeschlagen, und das konstruktive Referendum,
im Zuge dessen Gesetze nicht nur gänzlich abgelehnt, sondern
auch konkrete Gesetzesänderungen beantragt werden können,
gibt es vor allem in den Kantonen. Letzteres ist eine eigentliche
Innovation der vergangenen 15 Jahre, welche aber national vorerst
abgelehnt worden ist (vom Volk...).
Die Schweizer Regierung hat also nicht die Freiheit, dem Volk Fragen
vorzulegen, ohne dass dies in der Verfassung vorgesehen ist. Es
ist dort genau bestimmt, wer was wann entscheidet. Das ist der große
Unterschied zwischen plebiszitären - wie wir sie in Frankreich
kennen - und den direktdemokratischen Elementen.
Direkte Demokratie =
Veränderung der politischen Kultur im Interesse der BürgerInnen
Durch die Anwendung der Instrumente Direkter Demokratie wird die
Politik kommunikativer und diskursiver. Es muss mehr überzeugt
und diskutiert und es kann weniger befohlen und verordnet werden.
Das ist anstrengend, schafft aber unglaubliche Qualitäten:
- So
wird etwa die Distanz zwischen BürgerInnen und Politik verringert.
Die Entfremdung wird zwar nicht abgeschafft, aber zumindest abgebaut.
-
Die Menschen wissen über vieles genauer Bescheid.
- Weiters
wird eine höhere Identifikation mit dem Ergebnis geschaffen
und es kommt zu einer besseren Verankerung der Politikinhalte
in der Gesellschaft.
-
Engagierte Menschen haben somit die Möglichkeit neue Politik
zu legitimieren bzw. diskursiv der alten, ihrer Meinung nach überholten
Politik die Legitimation zu entziehen.
-
Direkte Demokratie bringt auch die notwendigen Lernprozesse in
Gang. In den 90er Jahren gab es in dieser Hinsicht in der Schweiz
trotz gegenteiliger Parlamentsmehrheiten große Fortschritte:
Die Ökologisierung der Landwirtschaft, die Ökologisierung
der Verkehrspolitik und die Liberalisierung der Drogenpolitik.
Fortschritt und Reform der Gesellschaft sollten in einer Demokratie
generell, in einer Direkten Demokratie müssen sie als kollektiver
Lernprozess verstanden werden. Wer lernen muss, ist offen. Ein amerikanischer
Politologe deutscher Herkunft hat einmal gesagt: «Wer zu viel
Macht hat, hat das Privileg, nicht lernen zu müssen.»
In einer Direkten Demokratie ist dementsprechend die Macht so verteilt,
dass bisweilen jeder lernen muss. Direkte Demokratie macht die Gesellschaft
somit lernfähiger und lernbereiter.
Ein letztes wichtiges Element der veränderten politischen Kultur
spielt vor allem in Europa eine große Rolle: Moderne Gesellschaften
zeichnen sich durch eine Wertevielfalt aus. Das sehen wir in Religionen,
Lebensvorstellungen oder Lebensstilen. Doch der letzte Wert, den
alle StaatsbürgerInnen vereinbaren und nachleben sollten, ist
die Art, wie die mit Freiheit verbundenen Konflikte ausgetragen
werden, wie Entscheidungen gefällt werden - eben direktdemokratisch.
Wenn die Menschen in ihren Unterschieden immer wieder über
ihre Differenzen sprechen können, akzeptieren sie trotz aller
Differenzen das Ergebnis und integrieren sich. Die ständige
Erörterung der Differenz mit temporären vorläufigen
gemeinsamen Entscheidungsfindungen ist ein äußerst sanftes,
aber effizientes Integrationsmittel. Daher ist es nicht erstaunlich,
dass westliche Gesellschaften, in denen die Menschen so unterschiedlich
sind und wo es so viele Minderheiten gibt, dieses Demokratiemodell
immer mehr diskutieren und mindestens teilweise implementieren.
Einer der Kernpunkte Direkter Demokratie ist nämlich, dass
die verschiedenen Minderheiten nicht vier Jahre lang Minderheit
sind, sondern auch manchmal zur Mehrheit gehören können.
Das schafft eine höchst integrative Kraft.
Um diese Qualitäten der Direkten Demokratie zu erreichen, müssen
freilich die Verfahren entsprechend ausgestaltet sein. Wie die direkte
Demokratie organisiert wird, ist entscheidend dafür, ob deren
emanzipatorischen Potentiale realisiert werden können oder
bloß die Herrschaftsmechanismen subtiler und besser funktionieren.
Design der Verfahren entscheidet über
Güte
- Der
Einstieg in die Lancierung eines verbindlichen Volksbegehrens
bzw. in die Diskussion darf keiner zu hohen Hürde unterliegen.
Ansonsten hätten nur diejenigen mit hoher Organisationsmacht
und großen Ressourcen die Möglichkeit, dieses Recht
zu gebrauchen. Schwächere wären damit erst recht wieder
ausgeschlossen. Weil es gerade darum geht, die Macht feiner zu
verteilen, darf sich das wesentliche Recht nicht so gestalten,
dass es viel Macht braucht, um es gebrauchen zu können.
-
Die Seele der direkten Demokratie ist die Kommunikation. Immer
wenn es um Kommunikation, lernen, diskutieren - um Interaktions-
und Aushandlungsprozesse - geht, spielt der Zeitfaktor eine große
Rolle. Entsprechend müssen auch die Fristen gestaltet sein.
Menschen setzen sich oft erst mit einer Sache auseinander, wenn
die Unterschriftensammlung schon begonnen hat, eine Frist von
14 Tagen ist deshalb zu wenig. Empfehlenswert wäre es, innerhalb
von zwölf Monaten zwei bis drei Prozent der Stimmberechtigten
zur Unterschrift eines Begehrens zu bringen. Zwischen der Abgabe
der Unterschriften und dem Volksentscheid muss mindestens ein
Jahr liegen.
-
Wenn die Kommunikation betont werden soll, dann darf die Verweigerung
der Kommunikation nicht belohnt werden. In Italien etwa ist ein
Referendum nur rechtskräftig, wenn sich 50 Prozent der Stimmberechtigten
beteiligt haben. Freilich zeigen die Werte aus verschiedenen Ländern
und über die letzten 20 Jahre, dass eine Beteiligung zwischen
30 und 55 Prozent üblich ist. Das ist nur scheinbar wenig,
denn diese Beteiligung entspringt nicht immer den gleichen BürgerInnen
und erfolgt in einer entwickelten Direkten Demokratie mehrmals
jährlich. Es kann daher nicht angehen, dass der Status Quo
besser verteidigt wird, wenn die Diskussion boykottiert wird und
so die Beteiligung unter das erforderliche Quorum gedrückt
werden kann. So hat etwa Berlusconi im Frühjahr 2000 mit
einer Boykott-Kampagne erreicht, dass sich «nur» 48
Prozent an der Abstimmung über die Wahlrechtsreform beteiligten
und obwohl sie 90 Prozent Zustimmung erhielt, ist sie nicht in
Kraft getreten. Berlusconi gebrauchte den Slogan «Wir strafen
die Regierung, indem wir zu Hause bleiben».
-
Wir benötigen eine Balance zwischen Verfassungsentwicklungsrechten
und Gesetzgebung, zwischen Bürgerrechten und Parlamentsrechten.
Parlamente müssen Volksentscheidungen akzeptieren, doch dürfen
Volksentscheide nicht unberührbar sein. Sie müssen einer
Weiterentwicklung durch das Parlament unterliegen können,
doch müssen die BürgerInnen die Möglichkeit haben,
dazu Stellung nehmen zu können. In Slowenien kann man lernen,
was schief gehen kann, wenn dieses Gleichgewicht nicht existiert.
Zur Balance gehört auch, dass die BürgerInnen nicht
nur NEIN sagen oder etwas abschaffen können.
Sie müssen auch selber Vorschläge machen dürfen,
sonst zwingt man sie in eine destruktive Ecke und erlaubt ihnen
nicht, konstruktive Potenziale einzubringen.
-
Direkte Demokratie ist wie eingangs betont eine Ergänzung
zum Parlament und keine Alternative. Sie darf nicht so gestaltet
sein wie in den meisten US-Bundesstaaten, wo ein Volksbegehren
im März starten kann und es von vornherein sicher ist, dass
es im November zum Volksentscheid kommt. In Amerika ist die direkte
Demokratie mehr auf Tempo angelegt, somit brutaler, antagonistischer
und gegen das Parlament ausgestaltet. Im Gegensatz dazu sind in
der Schweiz die Fristen länger und somit für Kommunikationsprozesse
offen. Das Parlament hat das Recht zur Behandlung und zu einem
eigenen Gegenentwurf und die Bürger können oft zwischen
drei Optionen (Status quo, Parlamentsreformvorlage, Bürgerreformvorlage)
entscheiden. Das fördert das Zusammenspiel. Wir wollen die
Einbeziehung des Parlaments und das Gegenvorschlagsrecht und müssen
somit entsprechende Fristen für Aushandlungsprozesse vorsehen.
-
Die Legitimität des Entscheides hängt von der Fairness,
der Korrektheit und der Transparenz des Entscheidungsprozesses
ab. In diesem Bereich ist die Schweiz völlig unterentwickelt.
Es gibt keine Ressourcenausgleichsmechanismen wie etwa in Deutschland.
Ähnlich wie bei der Wahlkampfkostenzurückerstattung
gibt es dort in einzelnen Bundesländern das Recht auf Rückerstattung
von etwa 30 bis 50 Pfennig pro Unterschrift, wenn ein Begehren
eingereicht wird. Ein Wahlkampf kostet Geld, ein Abstimmungskampf
auch. Zwar gibt es in einer kapitalistischen Gesellschaft keine
gleichen Möglichkeiten, doch darf die Ungleichheit der Möglichkeiten
nicht zu groß werden, sonst werden die Verlierer die Niederlage
nicht mehr akzeptieren, da sie den Prozess als unfair empfinden.
In dieser Hinsicht können wir von den USA, Deutschland oder
den skandinavischen Ländern (Beispiel EU-Volksabstimmungen)
lernen.
«Österreichische» Einwände
und deren Erwiderung
- Bedenken
wie «Direkte Demokratie hilft den Demagogen» wurden
in Österreich bereits vor zehn Jahren vorgebracht. Fest steht
hingegen, dass die direkte Demokratie, wenn sie sorgfältig
ausgestaltet ist, den Demagogen schadet. Denn ein Demagoge zeichnet
sich dadurch aus, dass er immer behauptet, er wisse, was das Volk
denkt. In der Schweiz kann das einer schon behaupten, doch spätestens
nach vier Monaten muss er den Beweis antreten, dass stimmt, was
er sagt. Er muss das Volk von einer Sache überzeugen. Wenn
jemand vier Jahre lang alles behaupten kann und das in einer indirekten
Demokratie nicht beweisen muss, hat er einen Riesenvorteil. Natürlich
gibt auch in der Schweiz demagogische Versuchungen, doch sie werden
viel schneller als solche erkannt, da viermal im Jahr unterschiedlich
differenzierte Diskussionen stattfinden und Tatbeweise angetreten
werden müssen. Das schaffen nicht einmal Politiker wie Blocher
oder Haider.
-
Dem Argument der Gefahr einer einseitigen Berichterstattung in
den Medien kann entgegengehalten werden, dass auch die Presse
in der direkten Demokratie ihren Charakter verändert. Das
ist sogar einer der wenigen Punkte, wo der Kapitalismus der Demokratie
hilft, da man bei einer Abstimmung meist nicht weiß, wer
gewinnt, und eine Zeitung auch nach der Abstimmung bei den Verlierern
weiter gelesen werden will (ihr größtes Ziel ist heute
schließlich die möglichst dichte Abdeckung der Haushalte
einer Region, wie auch immer die Menschen in diesen Haushalten
denken). Für die Presse ist es höchst interessant, wenn
Abstimmungen nicht nur einmal in fünf Jahren stattfinden,
sondern alle drei oder vier Monate. Die Folge ist, dass die 12
oder 15 Zeitungen, die es in Österreich noch gibt, viel weniger
einseitig sein werden, weil sie alle Kunden behalten möchten
und vielfältige Standpunkte abdrucken. Sie entwickeln viel
mehr Forumscharakter als heute und sind auch eher bereit, sich
nicht gouvernementalen Stimmen und Ideen zu öffnen, weil
sie wissen, dass diese per Volksbegehren auch Öffentlichkeit
gleichsam demokratisch erzwingen können. Das fördert
wiederum die Diskussion, das gemeinsame Nachdenken und die Offenheit
für Kreatives.
-
Auch das Argument der Macht der großen, von den «anderen»
verfügbaren Geldmittel wird regelmäßig vorgebracht.
Geld ist zwar wichtig, aber ein Volk kann man nicht kaufen. Eher
noch kann mit Geld im Parlament eine starke Lobby aufgebaut werden.
Aus diesen Gründen sind allerdings die vorhin genannten Ausgleichsmechanismen
erforderlich.
In vielen europäischen Ländern wird über ein Demokratieverständnis
diskutiert, welches über die reine repräsentative Demokratie
hinausgeht. Moderne Bürger akzeptieren die Reduktion der Demokratie
auf die Wahl zwischen zwei, drei Parteien alle vier Jahre nicht
mehr.
Die große Herausforderung unserer Zeit ist jedoch die transnationale
Demokratie. Wir müssen die Erosion der Gestaltungsmacht der
(vorerst nur nationalen) Demokratie und Politik angesichts der Macht
transnationaler Märkte aufhalten. Doch wenn die BürgerInnen
schon im Kleinen so enttäuscht und entfremdet sind, dann werden
sie nicht bereit sein, mit uns auf die europäische Ebene zu
gehen und in der notwendigen vielfältigen europäischen
Demokratiebewegung zusammenarbeiten.
Ohne die Mitarbeit der BürgerInnen schaffen wir die Machtauseinandersetzung
um eine demokratische, föderalistische Verfassung auf europäischer
Ebene jedoch nicht, schon gar nicht eine zugunsten von mehr Demokratie.
Denn mehr Demokratie bedeutet immer auch den Verlust von Macht der
wenigen, die heute zu viel haben.
Eine Demokratisierung war in den letzten 200 Jahren immer nur unter
dem Druck der vielen möglich, die zu wenig haben, damit die
wenigen, die zu viel haben, bereit sind zu teilen. Denn sie wussten,
wenn sie es nicht tun, verlieren sie alles. Das war und - hoffentlich
- ist die klassische Logik von Bewegungen wie der Arbeiterbewegung.
Wenn die Entfremdung schon im Nationalen und Regionalen zu spüren
ist, werden sich die Menschen nicht auf europäischer Ebene
engagieren. Deshalb ist es sinnvoll, die direkte Demokratie auf
der nationalen und regionalen Ebene zu festigen und die Überwindung
der Entfremdung als Voraussetzung für ihre Etablierung auf
europäischer Ebene zu betrachten.
Eine europäische Verfassung sollte direkt demokratische Elemente
beinhalten, zumindest das obligatorische Verfassungsreferendum,
aber auch die Verfassungsinitiative. Doch nur wenn diese Instrumente
auf der regionalen Ebene eingesetzt werden, bekommen die Leute ein
Gefühl dafür, wie Direkte Demokratie auf europäischer
Ebene aussehen kann, was sie bewirken könnte und weshalb es
sich lohnt, sich dafür zu engagieren. Allerdings muss dafür
bereits auch der europäische Verfassungsgebungsprozess, wie
er von den EU-Regierungsspitzen im Dezember in Laeken beschlossen
wird, entsprechend ausgestaltet werden. Denn die EuropäerInnen
verlangen mit Recht nicht nur Ja' oder Nein' sagen zu
können zu etwas, was andere an ihrer Stelle angerichtet haben,
sondern sie wollen selber zumindest mitkochen, was sie später
ohnehin selber auszulöffeln haben werden.
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