23.08.2013

Medienkonferenz der SP Solothurn

«Wer Demokratie will,
muss ein gebildetes Volk wollen!»



Linke gründen neue Werkstätte für politische Bildung. Die Willi Ritschard-Bildungs-Werkstatt steht ab September allen Interessierten offen. -- 3 Kernelemente des Statements von Andi Gross an der Medienkonferenz zur Gründung der Willi Ritschard-Bildungs-Werkstatt.

I.
Ich möchte mich zuerst bei den Verantwortlichen der Solothurner SP und der hiesigen Gewerkschaften sowie Kollege Zanetti bedanken für die fruchtbare Aufnahme des Anstosses, den ich von einem Solothurner Freund vor einiger Zeit bekam. Roland Ziegler, ein Unternehmer aus Solothurn, meinte damals, er möchte der SP etwas Gutes tun, 5000 Franken zur Verfügung stellen und fragte mich, was er damit am besten tun solle. Ich sagte ihm, was meiner Meinung der SP heute am meisten fehle, sei eine politische Bildungswerkstätte, welche ihren Mitgliedern und Sympathisanten erlaube, geistig aufzutanken, die Grundlagen schaffe, welche ihnen den Durchblick und die Perspektiven ermögliche, welche politisches Handeln erst möglich macht.

II.
Als Patron unserer neuen Bildungswerkstatt lag der langjährige Solothurner Gewerkschafter, Regierungs- und Bundesrat Willi Ritschard auf der Hand. Denn kein Schweizer Sozialdemokrat der vergangenen 50 Jahren verkörperte wie er die Einsicht, dass nur ein politisch und historisch gebildeter Mensch ein guter Demokrat und ein weiser Politiker sein und werden kann. Ritschard selber versuchte ein Leben lang dem Motto der Education permanente zu folgen und sagte immer wieder, wie viel er in dieser Hinsicht seinem alten Vorbild und Schöpfer der gewerkschaftlichen Bildungseinrichtungen in der Schweiz, Bundesrat Max Weber, verdankt habe. -- Peter Bichsel schrieb über Willi Ritschard, er sei sein ganzes Leben lang ein «Mann mit pädagogischer Absicht» gewesen. Ritschards Ziel sei ein Staat gewesen, der einer aufgeklärten Mehrheit gehört Bichsel: «Also betrieb er Aufklärung. Seine politische Leistung ist eine pädagogische!» Ritschard selber sagte am 22. März 1975, anlässlich des Zürcher SP-Parteitages: «Bildung, Schulung, Aufklärung sind unsere wichtigsten Aufgaben.» Und 1983 sagte er: «Wer Demokratie will, muss ein gebildetes Volk wollen!» -- Wir waren denn auch sehr froh und sind dankbar dafür, dass die Nachkommen Willi Ritschards, seine Tochter wie auch sein Neffe, nicht nur nichts gegen die Integration seines Namens in unsere Bildungswerkstätte einzuwenden hatten, sondern sich darob sogar glücklich zeigten.

III.
In einer Werkstätte wird gearbeitet. Dies gilt auch für eine Bildungswerkstätte. Und Arbeit ist oft anstrengend. Dies gilt ebenso für die politische Bildungsarbeit. Zumal wir überzeugt sind, dass wir unsere politische Urteils- und Handlungsfähigkeit nur dann wieder zurückerobern können , wenn wir in der Lage sind, Grundlagentexte zu Grundsatzfragen zu lesen, zu diskutieren und so miteinander etwas zu verstehen, was einer alleine kaum verdauen kann. Entsprechend – und dies ist ebenso originell wie anspruchsvoll – sind unsere Bildungswerkstätten zu einzelnen Grundsatzfragen jeweils in zwei Teile geteilt: An einem Freitagabend werden jeweils drei vier Autoren, beziehungsweise Autorinnen von Grundlagentexten zu Grundsatzfragen vorgestellt und eingeführt, in den folgenden acht Tagen werden sie individuell gelesen und am anderen Samstagmorgen gemeinsam diskutiert und ihre Tragfähigkeit zum gemeinsamen Handeln erschlossen.

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Weitere Informationen: Niklaus Wepfer, Parteisekretär, Sozialdemokratische Partei Kanton Solothurn


Kontakt mit Andreas Gross



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